Mittwoch, 2. September 2009

Kollabierender Kläger

Gestern beim Amtsgericht D. (es war mir in guter Erinnerung, weil vor Jahren mal eine Vorsitzende einen kaugummikauenden Zeugen kurzerhand aus dem Sitzungssaal - nun sagen wir - gebeten hatte) herrschte Aufruhr. Ein Kläger, der mit seinem Anwalt kurz den Sitzungssaal verlassen hatte um einen vorgeschlagenen Vergleich zu besprechen, kollabierte plötzlich. Er hatte Glück. Das Amtsgericht D. liegt in der Nähe eines Krankenhauses, sein Anwalt hatte mal 6 Jahre als Rettungssanitäter gearbeitet und die Vorsitzende (s.o.) verständigte rasch einen Rettungswagen. Der Kläger kam zwar wieder auf die Beine, aber der Prozess wurde ohne ihn fortgesetzt.
Seine Freundin mutmaßte, dass die Aufregung um den Prozess zuviel für ihn gewesen sei. Es ging wohl um einen Verkehrsunfall und die Zahlung eines Schmerzensgeldes. Als Jurist ist man überrascht, dass eine Zivilklage jemanden so aufregen kann, dass man Szenen erlebt, die man sonst nur aus den nachmittäglichen Gerichtssendungen kennt. Wie mag sich manch ein Mandant fühlen, bei dem es um eine Strafsache geht? Nein, ich will´s lieber gar nicht wissen.

Kommentare:

Kand.in.Sky hat gesagt…

Es soll Menschen geben die in Achterbahnen völlig die Fassung verlieren und sich tatsächlich aufregen. Das Personal und die Betrieber wundern sich dann und fragen, wie mögen wohl solche Menschen erst in richtig grossen Achterbahnen mit Loopings reagieren?


#k.

Kerstin Rueber hat gesagt…

Mir persönlich wird ja schon ganz anders, wenn ich eine Achterbahn nur sehe. Die Situation gestern hat den juristischen Beteiligten schön vor Augen geführt, wie schlimm Prozesse für Parteien sein können. Leider vergisst man das viel zu oft.